Hak5 Shark Jack Display: Netzwerkanalyse direkt am Ethernet-Port

Professional Pentesting requires reliable Pentest hardware.

HAK5 Shark Jack Display HackmoD
Technisch geprüftHakMac RedaktionAktualisiert: September 2, 2026

Hak5 Shark Jack Display: Netzwerkanalyse und Pentesting direkt am Ethernet-Port

Ein Ethernet-Anschluss an einer Wand, in einem Konferenzraum oder hinter einem Schreibtisch sieht zunächst unspektakulär aus. Für Administratoren, Penetration Tester und Red Teams kann genau dieser Anschluss jedoch wichtige Fragen aufwerfen: Ist der Port aktiv? Welchem Netzwerksegment ist er zugeordnet? Wird eine IP-Adresse vergeben? Sind interne Systeme erreichbar? Und funktionieren VLANs, Firewall-Regeln und Zugriffskontrollen tatsächlich wie vorgesehen?

Das neue Hak5 Shark Jack Display wurde für genau solche Situationen entwickelt. Das kompakte Netzwerk-Pentest-Tool wird direkt mit einem Ethernet-Port verbunden und kann automatisierte Netzwerkprüfungen, Reconnaissance-Aufgaben und IT-Diagnosen durchführen. Der entscheidende Unterschied zu den bisherigen Shark-Jack-Modellen: Ergebnisse und Auswahlmöglichkeiten werden unmittelbar auf einem integrierten OLED-Display angezeigt.

Damit wird aus einem weitgehend „blinden“ Netzwerkwerkzeug ein interaktives Analysegerät, das sich auch ohne zusätzliches Notebook direkt vor Ort bedienen lässt.

Was ist das Hak5 Shark Jack Display?

Das Shark Jack Display ist ein tragbarer, Linux-basierter Netzwerkcomputer für autorisierte Sicherheitsüberprüfungen und administrative Aufgaben. Es verbindet die bekannte HAK5-Payload-Architektur mit einer direkten Benutzeroberfläche am Gerät.

Über einen federnden Wippschalter lassen sich Payloads auswählen, Einstellungen öffnen und Ergebnisse auf dem Display kontrollieren. Das Gerät kann dadurch direkt am jeweiligen Netzwerkanschluss bedient werden, ohne dass für jeden Arbeitsschritt zunächst eine SSH-Verbindung oder ein separates Webinterface benötigt wird.

Hak5 positioniert das Gerät unter anderem für:

  • Netzwerk-Reconnaissance
  • Penetration Tests und Red-Team-Einsätze
  • Netzwerkdiagnose
  • IT-Automatisierung
  • Überprüfung von VLANs und Zugriffskontrollen
  • autorisierte Vor-Ort-Audits

Das Shark Jack Display führt interaktive Payloads aus, die auf Bash und DuckyScript basieren. Durch das zugrunde liegende Linux-System können außerdem bekannte Kommandozeilenwerkzeuge und eigene Skripte eingesetzt werden.

Das Display macht den entscheidenden Unterschied

Frühere Shark-Jack-Versionen signalisierten den Status einer laufenden Aktion hauptsächlich über eine mehrfarbige LED. Das funktionierte schnell und unauffällig, lieferte vor Ort jedoch nur begrenzte Informationen.

Das neue Modell besitzt ein kontrastreiches 1,2-Zoll-OLED-Display mit 128 × 64 Pixeln. Darauf können Payloads ausgewählt, Statusinformationen angezeigt und Scanergebnisse direkt kontrolliert werden. Die Bedienung erfolgt über einen kompakten Wippschalter an der Seite des Geräts.

Das klingt zunächst nach einer kleinen Änderung, verbessert den praktischen Einsatz aber deutlich. Ein Techniker oder Pentester erkennt sofort, ob eine IP-Adresse zugewiesen wurde, ob ein Ziel erreichbar ist oder ob ein Netzwerk-Scan erfolgreich abgeschlossen wurde. Ein Notebook muss dafür nicht jedes Mal geöffnet werden.

Gerade bei Prüfungen in Technikräumen, Filialen, Rechenzentren oder größeren Bürogebäuden spart das Zeit.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick

Interaktive Payloads

Auf dem Shark Jack Display sind bereits mehr als ein Dutzend Payloads vorinstalliert. Weitere Payloads können über das Gerät verwaltet und aktualisiert werden. Die interaktive Erweiterung von DuckyScript ermöglicht es, Eingaben abzufragen, Ergebnisse darzustellen und unterschiedliche Abläufe direkt am Gerät auszuwählen.

So kann beispielsweise vor dem Start eines Tests ausgewählt werden, welches Ziel, Profil oder Netzwerk geprüft werden soll.

Integriertes Linux-System

Unter der Oberfläche arbeitet ein Linux-System mit Root-Zugriff. Erfahrene Anwender können sich per SSH verbinden, eigene Bash-Skripte erstellen und vorhandene Netzwerkwerkzeuge in individuelle Payloads integrieren.

Das macht das Gerät nicht nur für standardisierte Prüfungen interessant, sondern auch für wiederkehrende interne Testabläufe.

Vorgefertigte Reconnaissance-Werkzeuge

Ab Werk stehen unter anderem Payloads für schnelle Nmap-Scans, LLDP-Erkennung, die Ermittlung von Client-Informationen sowie Verbindungstests und IP-Informationen zur Verfügung. Dadurch können grundlegende Netzwerkdaten bereits kurz nach dem Anschließen ermittelt werden.

Lokale Auswertung und Cloud C²

Ergebnisse können lokal auf dem Gerät gespeichert werden. Zusätzlich unterstützt das Shark Jack Display die Einbindung in Hak5 Cloud C². Über die C²-Plattform können autorisierte Anwender Geräte verwalten, Daten abrufen und – abhängig von der eingesetzten Konfiguration – auf eine Remote-Shell zugreifen.

Für Unternehmen und Red Teams ist dies besonders interessant, wenn mehrere Geräte oder verteilte Testumgebungen zentral verwaltet werden sollen.

USB-C und austauschbarer Akku

Das Shark Jack Display wird über USB-C geladen. Der integrierte 110-mAh-LiPo-Akku ist servicefähig beziehungsweise austauschbar und ermöglicht laut Hersteller eine Laufzeit von mehr als 30 Minuten. Alternativ kann das Gerät während des Betriebs über eine Powerbank versorgt werden.

Praktische Anwendung: Netzwerkports an einem neuen Standort prüfen

Ein typisches Einsatzszenario ist die technische Abnahme eines neuen Büros oder einer neuen Niederlassung.

Angenommen, in dem Gebäude wurden zahlreiche Netzwerkanschlüsse installiert. Laut Dokumentation sollen die Ports in Konferenzräumen ausschließlich mit einem eingeschränkten Gast- oder Präsentationsnetz verbunden sein. Interne Server, Administrationssysteme und Management-Netzwerke dürfen über diese Anschlüsse nicht erreichbar sein.

In der Praxis können jedoch fehlerhafte Switch-Konfigurationen, falsch gesetzte VLAN-Zuweisungen oder unvollständige Access Control Lists dazu führen, dass ein Port mehr Zugriff erlaubt als vorgesehen.

Schritt 1: Verbindung und IP-Konfiguration prüfen

Der zuständige Administrator verbindet das Shark Jack Display mit dem betreffenden Ethernet-Port.

Eine vorbereitete Diagnose-Payload prüft anschließend:

  • ob der physische Link aktiv ist,
  • ob per DHCP eine IP-Adresse vergeben wird,
  • welches Gateway und welche DNS-Server eingetragen werden,
  • in welchem IP-Bereich sich das Gerät befindet,
  • ob ausgewählte interne und externe Ziele erreichbar sind.

Die wichtigsten Ergebnisse erscheinen direkt auf dem OLED-Display. Dadurch erkennt der Techniker bereits am Anschluss, ob die grundlegende Konfiguration plausibel ist.

Schritt 2: Netzwerkumgebung erfassen

Anschließend kann ein autorisierter Reconnaissance-Scan gestartet werden. Dieser soll nicht wahllos das gesamte Unternehmensnetz untersuchen, sondern ausschließlich die zuvor freigegebenen Testziele und Netzwerkbereiche kontrollieren.

Dabei lässt sich beispielsweise feststellen, ob Systeme sichtbar sind, die aus diesem VLAN eigentlich nicht erreichbar sein sollten. Auch LLDP-Informationen können bei der Identifikation der Netzwerkinfrastruktur und des angeschlossenen Switch-Ports helfen.

Schritt 3: Segmentierung kontrollieren

Besonders interessant ist die von Hak5 eingeführte Funktion SharkLink. Dabei werden zwei Shark Jack Displays an unterschiedlichen Netzwerkanschlüssen eingesetzt. Die Geräte können prüfen, ob zwischen diesen Ports eine Verbindung besteht.

Damit lassen sich unter anderem:

  • VLAN-Segmentierungen überprüfen,
  • Firewall-Regeln validieren,
  • Access Control Lists testen,
  • Ende-zu-Ende-Verbindungen zwischen zwei Ports kontrollieren.

Wird ein Shark Jack beispielsweise im Gastnetz und das zweite Gerät in einem internen Verwaltungsnetz angeschlossen, kann geprüft werden, ob eine direkte Kommunikation tatsächlich blockiert wird.

Das Ergebnis ist eine praxisnahe Kontrolle der realen Netzwerkkonfiguration – nicht nur ein Vergleich mit der Konfigurationsdatei oder dem Netzwerkplan.

Für wen eignet sich das Shark Jack Display?

Das Gerät richtet sich vor allem an professionelle Anwender, die regelmäßig kabelgebundene Netzwerke prüfen oder wiederkehrende Diagnoseaufgaben automatisieren.

Dazu gehören:

  • Penetration Tester und Red Teams
  • IT-Sicherheitsabteilungen
  • Netzwerkadministratoren
  • Managed Security Service Provider
  • Systemhäuser und IT-Dienstleister
  • Behörden und Forschungseinrichtungen
  • Incident-Response- und Forensik-Teams
  • Betreiber verteilter Standorte oder Filialnetze

Auch für Schulungen kann das Display sinnvoll sein. Teilnehmer sehen unmittelbar, welche Payload ausgeführt wird und welches Ergebnis der jeweilige Test liefert. Hak5 stellt für das Gerät zudem einen Einführungskurs mit Videoinhalten, Dokumentation und Übungen bereit.

Kein Ersatz für einen vollständigen Penetration Test

Trotz seiner umfangreichen Möglichkeiten ersetzt das Shark Jack Display keinen vollständigen Netzwerk-Pentest. Es ist vielmehr ein kompaktes Werkzeug für schnelle Prüfungen, standardisierte Abläufe und die erste technische Bewertung eines Ethernet-Anschlusses.

Komplexe Schwachstellenanalysen, eine vollständige Angriffspfadbewertung oder die Auswertung großer Netzwerkumgebungen benötigen weiterhin zusätzliche Systeme und fachliche Erfahrung.

Seine Stärke liegt an einer anderen Stelle: Das Gerät ist klein, schnell einsatzbereit und liefert direkt am Netzwerkport verwertbare Informationen.

Fazit: Einstecken, prüfen und Ergebnisse direkt sehen

Das Hak5 Shark Jack Display entwickelt das bekannte Shark-Jack-Konzept sinnvoll weiter. Das integrierte OLED-Display, interaktive Payloads, die lokale Payload-Verwaltung und Funktionen wie SharkLink machen das Gerät wesentlich praktischer für den professionellen Einsatz.

Administratoren können Netzwerkanschlüsse schneller diagnostizieren. Pentester erhalten ein kompaktes Werkzeug für autorisierte Vor-Ort-Prüfungen. Red Teams können eigene Abläufe mit Bash und DuckyScript automatisieren und Ergebnisse lokal oder über Cloud C² verarbeiten.

Der größte Vorteil ist dabei nicht allein die technische Leistung. Es ist die Möglichkeit, direkt am Ethernet-Port eine Prüfung zu starten, die wichtigsten Ergebnisse zu sehen und unmittelbar die nächsten Schritte auszuwählen.

Das Hak5 Shark Jack Display ist bei HackmoD für professionelle Anwender, Unternehmen, Behörden und IT-Sicherheitsdienstleister erhältlich beziehungsweise anfragbar.

Wichtiger Hinweis: Das Shark Jack Display darf ausschließlich in eigenen Netzwerken oder mit einer ausdrücklichen Genehmigung des jeweiligen Eigentümers eingesetzt werden. Nicht autorisierte Netzwerkzugriffe können strafbar sein.

Häufig gestellte Fragen zum Hak5 Shark Jack Display

Was ist der Unterschied zwischen dem Shark Jack und dem Shark Jack Display?

Das Shark Jack Display ergänzt das bisherige Konzept um ein OLED-Display, eine direkte Menüführung, interaktive Payloads und eine komfortablere Verwaltung direkt am Gerät. Ergebnisse können dadurch ohne zusätzliches Endgerät angezeigt werden.

Benötigt man für das Shark Jack Display einen Laptop?

Für viele vorinstallierte Prüfungen und die Anzeige der Ergebnisse ist kein Laptop erforderlich. Für die Entwicklung eigener Payloads, umfangreiche Auswertungen oder SSH-Zugriffe kann ein Computer jedoch weiterhin sinnvoll sein.

Kann das Gerät für die Netzwerkadministration verwendet werden?

Ja. Neben autorisierten Penetration Tests eignet es sich für Netzwerkdiagnosen, Verbindungstests, die Überprüfung von IP-Konfigurationen und standardisierte IT-Automatisierungsaufgaben.

Was ist SharkLink?

Mit SharkLink können zwei Shark Jack Displays die Verbindung zwischen unterschiedlichen Netzwerkports überprüfen. Dadurch lassen sich unter anderem VLAN-Trennung, Firewall-Regeln, ACLs und Ende-zu-Ende-Verbindungen praktisch testen.

Kann das Shark Jack Display eigene Skripte ausführen?

Ja. Das Gerät basiert auf Linux und unterstützt Payloads aus Bash und interaktivem DuckyScript. Eigene Payloads können für autorisierte und wiederkehrende Prüfabläufe entwickelt werden.